Liebes Tagebuch…

Zeitreise-Bericht der Klasse 10a des Herder-Gymnasiums in Merseburg (Workshop 14.-15. März 2023)


Wir schreiben das Jahr 2045

Heute leben wir in einer gespaltenen Bevölkerung. Die Städte sind zu einem dramatischen Beispiel für den immer größer werdenden Unterschied zwischen Armut und Reichtum geworden.

Durch den Krieg in der Ukraine, welcher 2022 begann, hat das Deutsche Volk das Vertrauen in die Politik und die Demokratie verloren. In den darauffolgenden Jahren kam es zu anarchistischen Zuständen. Das Volk sucht nach einer neuen Staatsform.

Mit der Zunahme der Digitalisierung gingen die Arbeitslosenzahlen in die Höhe. Die Armen werden durch die fehlende Hygiene schneller krank und können sich kaum medizinische Versorgung leisten. Während sich die Reichen privat versichern lassen. Die Kriminalitätsrate stieg pro Jahr in manchen Bereichen um 10% an und es herrschen in einigen Städten Ausnahmezustände.


Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat…

1. Akt: Hologrammnachricht

Hallo und herzlich Willkommen zu den Tagesnachrichten. Heute wurden final die letzten menschlichen Paket- und Lieferboten durch Drohnen ersetzt.

Zudem stehen nun neue Wahlen an. Zur Wahl stehen die Deutsche Kommunistische Unionspartei (DKUP) mit Gustav Klint, die Partei Rettung Für Deutschland (RfD) mit Karin Ritter und die große Ampelkoalition mit Olaf Scholz Junior. Die DKUP vertritt vor allem die Interessen der ärmeren Bevölkerung, die RfD die der reicheren Bevölkerungsschicht.

Prognosen für das Wahlergebnis sehen die RfD vorne, was wenig Veränderung auf politischer Seite bedeuten würde.


2. Akt: Coco: Job bei Netto

 Handelnde Personen:  

  • Coco – junge Frau (arm)  

Mal wieder bin ich in der Mitte, klappere die meisten Läden ab, wo ich einen Job bekommen könnte. Und sehe schon wieder diese dummen fliegenden Autos!

Mit dem wenigen Geld, was meine Mom pro Monat bekommt, habe ich einen Lebenslauf und eine Bewerbung ausgedruckt, mein nächstes Ziel ist Netto. Durch eine Freundin, die das Glück hatte einen Job zu bekommen, habe ich erfahren, dass wieder eine Person aus unseren Kreisen gefeuert wurde.

Wären die Menschen da drüben nicht so hochnäsig, könnten wir uns wahrscheinlich mehr leisten. Nach einem kurzen Gespräch habe ich den Job bekommen. Netto ist nur ein Übergang, ich habe vor später als Kosmetikerin zu arbeiten, da würde ich wenigstens besser bezahlt werden.

Ab Montag darf ich anfangen. Ab jetzt muss ich mindestens 10 Stunden arbeiten um meiner Mom unter die Arme greifen zu können.


3. Akt: Maximilian: Struktur im Alltag

 Handelnde Personen:  

  • Maximilian – junger Mann (reich)  

Ich war heute wieder in meinem gewohnten Alltag. Es wird sich nie etwas ändern, aber vielleicht ist es auch besser so. Wenn es anders wäre, würde ich wie die Menschen auf der anderen Seite leben. Ich stelle es mir unglaublich komisch und schmutzig vor.

Mein Leben ist zwar stark durchstrukturiert, aber genau diese Struktur half meiner Familie zur Spitze. Ich bin so froh, die Slums nicht von meinem Balkon aus sehen zu müssen, sondern die in der Mitte stehenden Arbeitshäuser. Ich fahre wahrscheinlich gleich nochmal dort zu meinem Vater in die Firma. Auch wenn ich dafür in die Richtung der zerfallenen und eklig riechenden Slums muss.


4. Akt: Begegnung beim Joggen

 Handelnde Personen:  

  • Coco – junge Frau (arm)  
  • Maximilian – junger Mann (reich)  

Coco: Ich bin auf dem Weg zum Einkaufen, mal wieder sind es zu wenig Lebensmittel gewesen und die Arche öffnet erst wieder in ein paar Wochen.

Coco: In Gedanken versunken treffe ich auf einen Jogger. Da ich die meisten aus unserer Umgebung kenne, wusste ich sofort, dass er von drüben kommt. Der Weg war sehr schmal, weswegen ich nicht ausweichen konnte, während er hinter mir lief. „Hey, geh aus dem Weg, ich muss durch!“ rief er mir zu, während ich ihn gekonnt ignorierte.

Coco: Ich hab ihn angeschnauzt, dass er es sich ja wohl leisten kann zu spät zu kommen. Plötzlich schrie er mich an, dass ich ja gar keine Ahnung hätte und dass er es ja sehr schwer hätte. Ich war so verblüfft, dass ich nur zur Antwort lachte. Nachdem er mit einer weiteren Behauptung zeigte, wie wenig Ahnung er hat, lief er einfach weiter.

Maximilian: Als ich heute morgen Joggen ging, war die Natur wirklich sehr schön. Das Einzige, was mich störte, war dieses Mädchen. Da der Weg sehr schmal war, kam ich nicht an ihr vorbei und musste langsamer laufen, da sie nicht schnell genug für mich war.

Maximilian: Ich rief ihr zu, sie solle aus dem Weg gehen, da ich für einen Termin noch vorbei musste. Sie ignorierte mich. Sagte jedoch, dass es mir egal sein könnte, ob ich zu spät komme, da ich es mir sowieso leisten könne. Was für ein Quatsch! Sie hat ja gar keine Ahnung unter wie viel Druck ich stehe diesen Job machen zu müssen! Ich hab ihr hinterher gerufen, dass es nicht meine Schuld ist, wie die letzten Jahre gelaufen sind und wenn ihre Eltern auf das Geldverhältnis geachtet hätten, sie genauso zu uns gehören würde. Danach ließ ich sie links liegen und lief einfach weiter. Sowas Bescheuertes!