Vom Schwein zum Menschen

Zeitreise-Berichte der Klasse 10a des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Gräfenhainichen (Workshop vom 23.04. bis 24.04.2024)


Wir schreiben das Jahr 2045

Im Jahr 2045 hat sich einiges, aber nicht sehr viel verändert. Zum Beispiel läuft das Dating mittlerweile sehr viel, eigentlich hauptsächlich, über soziale Netzwerke und dafür vorgesehene Apps, wie Tinder und Lovoo ab.

Die persönlichen Beziehungen sind immer mehr digitalisiert, das spiegelt sich auch in den Hobbies wider. Es gibt für jegliche Sportarten Roboter, so auch für Fußball. Nicht nur, dass weniger Menschen Interesse für Hobbies aufbringen, sondern auch, dass es mehr und mehr Videospiele gibt, die zu einer Art digitalem Hobby geworden sind.

Auch in der Medizin wird immer weiter geforscht. So gibt es mittlerweile ein Medikament mit absoluter Heilungschance bei Krebs. Auch die Organtransplantation von Tieren hat sich erweitert. Es gibt heutzutage Transplantationen von Bauchspeicheldrüsen, die aus einem Schweinekörper kommen und dann bei Menschen eingesetzt werden können. Damit kann Diabetes Typ 1 geheilt werden.

2045 gibt es zudem viele polyamoröse Beziehungen. Dieser Beziehungstyp ist heute sehr angesehen und es ist auch möglich zu dritt oder zu viert zu heiraten. Gleichzeitig gibt es allerdings auch den Trend, dass die Zahl der abgeschlossenen Ehen immer weiter sinkt. Heiraten wird prinzipiell nicht mehr so ernst genommen. Ein Grund könnte sein, dass es 2045 möglich ist, steuerliche Vorteile auch ohne Eheschließung in Anspruch nehmen zu können. 


Eine Szene, die sich im Jahre 2045 zugetragen hat…

1. Akt: Hochzeit

 Handelnde Personen:  

  • Pastor  
  • Robert  
  • Reinhold  
  • Gisela  
  • Trauzeugen und -zeuginnen   

Es ertönt der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn und die Braut Gisela betritt die Kirche. Freudestrahlend warten dort ihre zwei zukünftigen Ehemänner Robert und Reinhold auf sie. Nachdem Gisela am Altar angekommen ist und ihren Schleier gelüftet hat, beginnt der Pastor seine Rede. 

Pastor: Liebe Familie, Freunde und geschätzte Gäste, heute haben wir uns versammelt, um die starke Liebe und Bindung zwischen Gisela, Robert und Reinhold zu feiern. Inmitten von strahlendem Sonnenschein und umgeben von den Menschen, die ihnen am nächsten stehen haben sie den Bund der Ehe geschlossen und ihre Herzen für immer vereint. Gisela, Robert und Reinhold sind kein gewöhnliches Paar. Sie sind ein Symbol der Hoffnung, des Vertrauens und der unermüdlichen Hingabe zueinander. Durch ihre Liebe haben sie gezeigt, dass selbst in den dunkelsten Stunden des Lebens das Licht der Zuneigung und Fürsorge immer strahlt. Heute erneuern sie ihr Versprechen, sich gegenseitig zu lieben, zu unterstützen und füreinander da zu sein. In guten, wie in schlechten Zeiten. Mit diesen Worten und diesen Ringen symbolisieren sie ihre unzerbrechliche Verbundenheit und ihre gemeinsame Reise durch das Leben. Gisela, Robert und Reinhold, möge die Überreichung dieser Ringe eure Herzen für immer miteinander verschmelzen lassen und euch an die bedingungslose Liebe erinnern, die euch für immer verbindet. (die drei stecken sich gegenseitig die Ringe an den Finger) Lasst uns gemeinsam diese Liebe feiern und die Zukunft von Gisela, Robert und Reinhold willkommen heißen. Mögen ihre Tage mit Lachen, Abenteuern und unzähligen Glücksmomenten gefüllt sein. Mögen sie in jedem Sonnenstrahl die Wärme ihrer Liebe spüren und in jedem Stern am Himmel die unendliche Hoffnung auf eine strahlende Zukunft. Wir erheben unsere Gläser (blickt zu den Gästen und hebt ein Glas in die Höhe) auf Robert, Reinhold und Gisela. Auf ihre Liebe und ihr gemeinsames Glück. Möge ihr Leben ein wundervolles Abenteuer, voller Liebe, Respekt und Zufriedenheit sein. Herzlichen Glückwunsch an Sie drei. Sie dürfen die Braut nun küssen. 

Glücklich fallen sich die drei Eheleute in die Arme und küssen sich. Die Gäste klatschen laut. 


2. Akt: OP-Saal 

 Handelnde Personen:  

  • Erkrankter Jerry  
  • Ärztin  
  • Roboter-Arzt  
  • Narkoseschwester  
  • Krankenschwester  

Mit leicht angespanntem Blick wartet der Erkrankte Jerry auf seine Behandlung im OP-Saal.

Narkoseschwester: So, Sie kriegen jetzt gleich eine Narkose. Ja, was wird denn bei Ihnen heute so gemacht? 

Jerry: Ja, ich habe ja jetzt schon seit ungefähr 50 Jahren Diabetes Typ 1 und langsam ist es mal Zeit für eine neue Bauchspeicheldrüse. Mit 105 Jahren wird das Leben nicht einfacher. 

Ärztin (zum Roboter-Arzt): Ja, also wir haben hier heute unseren Patienten Jerry. Er wird heute eine neue Bauchspeicheldrüse bekommen, welche wir von einem Schwein nehmen und ihm dann einsetzen werden. 

Die Narkoseschwester flüstert der Ärztin hektisch noch etwas zu. Diese wendet sich kurz darauf an Jerry. 

Ärztin: Haben Sie Vorerkrankungen?

Jerry: Nicht, dass ich wüsste. 

Ärztin (zur Narkoseschwester): Keine. 

Narkoseschwester: Okay. (holt die Narkosespritze und gibt diese Jerry) Okay, also der Patient ist jetzt in Narkose. 

Roboter-Arzt (kommt an den OP-Tisch): Ich habe hier nun die Bauchspeicheldrüse von einem Schwein. 

Der Roboter-Arzt reicht der Ärztin die Bauchspeicheldrüse für die Transplantation.

Ärztin (mit zufriedenem Blick): Operation geglückt. 

Krankenschwester (kommt schnell in das OP-Zimmer gelaufen): In meinem Bericht habe ich gerade leider festgestellt, dass der Patient Krebs hat. Das ist heutzutage ja aber nicht mehr schlimm, da wir ja ein gut funktionierendes Krebsmedikament haben. Sie als forschende Ärztin in dem Bereich können das zum Glück sofort anwenden. 

Roboter-Arzt: Eine Spritze und dann ist das wieder gut. 

Ärztin (nach Injektion der Anti-Krebs-Spritze): Okay, Sie sind jetzt vollständig geheilt. 

Glücklich und erleichtert verlässt Jerry den OP-Saal. 


3. Akt: Fußballplatz 

 Handelnde Personen:  

  • Roboter  
  • Felix  
  • Silas  
  • Mutter  

Die zwei Brüder Felix und Silas treffen sich auf dem Fußballplatz und spielen zusammen. Sie haben jedoch einen starken Gegner, denn im Tor steht ein großer Roboter. Schuss für Schuss geht daneben. Der Ball geht nicht ins Tor. 

Felix (leicht genervt): Der Roboter ist einfach zu gut. (entschlossen geht er zu dem Roboter und gibt diesem den Befehl, weniger gut zu spielen)

Roboter: Level down. 

Nach dem Downgrade des Roboters macht Felix und Silas das Fußballspielen sehr viel mehr Spaß, denn sie können endlich auch mal das Tor treffen. 

Silas: Ja, jetzt ist es wirklich einfacher. 

Auf einmal erscheint die Mutter der beiden – mit umgebundener Schürze und Kochlöffel in der Hand. 

Mutter: Kinder, vergesst den lahmen Roboter. Kommt lieber rein, es gibt Tofu-Auflauf. 

Silas: Okay, ich mache den Roboter noch aus.